Inhalt

„Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie wieder“

Freitag, 23. Oktober 2015 | © mexiko-verschwindenlassen.de
Podiumsdiskussion mit Vidulfo Rosales, Menschenrechtszentrum Tlachinollan, Guerrero; Alejandra Nuño, CEDEHM, Centro de Derechos Humanos de las Mujeres, Chihuahua; Jorge Verástegui, Centro Fray Juan de Larios, Coahuila Moderation: Nadine Jurrat, Pacta Servanda Foto: Joachim E. Röttgers

Podiumsdiskussion mit Vidulfo Rosales, Menschenrechtszentrum Tlachinollan,
Guerrero; Alejandra Nuño, CEDEHM, Centro de Derechos Humanos de las Mujeres, Chihuahua; Jorge Verástegui, Centro Fray Juan de Larios, Coahuila
Moderation: Nadine Jurrat, Pacta Servanda
Foto: Joachim E. Röttgers

Tagung zum Gewaltsamen Verschwindenlassen in Mexiko eröffnet

Mit rund 100 Teilnehmenden aus Europa und Mexiko wurde heute Nachmittag die internationale Fachtagung „Gewaltsames Verschwindenlassen – Die politische Krise in Mexiko“ an der Evangelischen Akademie Bad Boll eröffnet.

Mit Fachleuten von den Vereinten Nationen und Betroffenen aus Mexiko geht die Konferenz der Frage nach, wie sich das systematische Verschwindenlassen in Mexiko darstellt und wie es bekämpft werden kann. Bedeutsam ist bei dieser Diskussion, dass die mexikanischen Regierungen alle relevanten internationalen Menschenrechtsabkommen unterschrieben haben, aber nach Berichten von internationalen Untersuchungskommissionen bisher nur zögerliche Beiträge zur Verhinderung oder Aufklärung der Menschenrechtsverbrechen leisten.

Vor allem aber geht es bei der Tagung darum, wie sich die deutsche Politik angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen in Mexiko verhält. Diese haben mit dem gewaltsamen Verschwindenlassen von 43 Studenten im Herbst letzten Jahres einen traurigen Höhepunkt erreicht. Inzwischen ist bekannt, dass im Zusammenhang mit diesem Verbrechen vermutlich auch Waffen von Heckler und Koch zum Einsatz kamen, die ganz in der Nähe von Bad Boll hergestellt werden.

Die Veranstaltung wird getragen von der Evangelischen Akademie Bad Boll und der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko, in der 15 deutsche Nichtregierungsorganisationen, darunter Brot für die Welt, MISEREOR, amnesty international, zum Schutz der Menschenrechte zusammengeschlossen haben. Sie reiht sich ein in mehrere Fachtagungen, die im Jahr 1995 in Bad Boll ihren Anfang nahmen und seither in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

„Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie wieder“ zieht sich durch die Vorträge und Diskussionen, die von Dr. Rainer Huhle, Mitglied des UN-Ausschusses des internationalen Übereinkommens zum Schutz vor dem Verschwindenlassen eröffnet wurde und mit Berichten von Angehörigen aus Mexiko fortgesetzt wird.

Fotos: Joachim E. Röttgers